
Während Energiekonzerne auf die sogenannte Fracking-Technologie zur Erschließung lokaler Erdgasfelder setzen, stehen Politik und vor allem die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland dieser Technologie kritisch gegenüber.
Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Umwelt und das Trinkwasser, durch die Einbringung eines Chemikalien-Sand-Wasser-Geschmisches ins Bohrloch. Durch dieses Gemisch, soll nach Plänen der Energiekonzerne, das gebundene Gas aus den Gesteinsschichten herausgebrochen werden.
Mit dem Fracking-Verfahren hat sich auch das Bundesumweltamt in einen Gutachtenbeschäftigt und kommt darin zu dem Ergebnis, dass diese Technologie aufgrund der Einbringung von Chemikalien und der dabei entstehenden großen Menge an Abwasser erhebliche Risiken birgt.
Auch ein Kurzgutachten des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums kommt zu einen ähnlichen Ergebnis und empfiehlt solange keine Genehmigungen für den Einsatz von Fracking zu erteilen, bis die Sicherheit dieser Technologien festgestellt wurde. Daraufhin haben sich das Landesumwelt- und Landeswirtschaftsministerium darauf geeinigt, keine Genehmigungen für Fracking-Bohrungen in NRW zu erteilen.
Auch bei uns im Mühlenkreis werden Erdgasvorkommen vermutet und deshalb hatte das Unternehmen “ExxonMobil” in Oppenwehe ein Bohrloch eingerichtet und im Rahmen eines Lagerstättendrucktest im Jahr 2010 25.000 Liter Diesel in das Bohrloch von “Oppenwehe I” eingebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren Erkundungsbohrungen noch erlaubt, erst mit Erlass der NRW-Landesregierung vom 18.11.2011 war dies nicht mehr möglich.
Das Bohrloch “Oppenwehe I” war im Mai 2011 auch Thema im Landtag und man war sich nach der “aktuellen Viertel Stunde” einig, dass das eingebrachte Diesel-Öl aus dem Bohrloch entfernt werden muss. Ende Dezember 2011 stellte “ExxonMobil” einen Austauschantrag bei der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg, der Ende 2012 von der Bezirksregierung genehmigt wurde.
Neben der Rückholung des Diesel aus dem Bohrloch ist es wichtig, dass der Rückkohl- und Austauschprozess überwacht und jeder Arbeitsschritt entsprechend protokolliert wird und nach Abschluss der Arbeiten, die Dokumentation für die Öffentlichkeit einsehbar ist.
Seit einer Woche holt “ExxonMobil” den eingebrachten Diesel aus dem zementierten Bohrloch und ersetzt ihn durch Stickstoff.
Am vergangen Donnerstag (14.02.) habe ich zusammen mit dem Arnsberger Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann und meinem Landtagskollegen Ernst-Wilhelm Rahe die Rückholarbeiten am Bohrloch “Oppenwehe I” besichtigt. Während der Arbeiten sind Fachleute der Abteilung Bergbau und Energie des Regierungspräsidium Arnsberg vor Ort und beaufsichtigen diese bis zum Abschluss.
Solange die Trinkwassersicherheit nicht gegeben und eine Umweltgefährdung nicht ausgeschlossen ist, wird es in NRW keine Genehmigungen für Fracking-Bohrungen geben.
Herzlichst,
Ihre Inge Howe
Bild: Ernst-Wilhelm Rahe, Inge Howe, Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann mit Vertretern von ExxonMobil am Bohrloch (Foto: Bezreg. Arnsberg)
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