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Mitarbeiter möchten Fennel retten

Presse


Text & Foto: Claus Brand

Bad Oeynhausen-Wulferdingsen (WB). »Es kommt einer OP am offenen Herzen gleich.« So hat Lutz Schäffer, Bevollmächtiger der IG Metall, gestern das Ergebnis des Besuches von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider bei der Fennel GmbH zusammengefasst. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob eine Option besteht, dass Mitarbeiter das Unternehmen weiterführen.

»Die Machbarkeitsstudie kann auch sehr schnell zeigen, dass das Modell nicht funktioniert«, führte Lutz Schäffer weiter aus. Man dürfe keine Hoffnungen wecken, die sich nicht erfüllen ließen. Schäffer: »Es ist ein Fünkchen Hoffnung da.« Der Minister habe alle erdenkliche Hilfe des Landes zugesagt, »aber nur für einen Ansatz, der für eine längere Zeit machbar und vor allem auch finanziell belastbar ist.«

Diese Zeitung hatte gestern exklusiv berichtet, dass sich ein Kreis von 20 bis 25 Mitarbeitern in leitender Funktion mit dem Gedanken trägt, die insolvente GmbH weiterzuführen. Der Bevollmächtige der IG Metall stellte gestern klar, dass dies nur mit einer deutlich kleineren Zahl von Beschäftigten möglich sein werde. Die Machbarkeitsstudie müsse innerhalb kurzer Zeit erstellt werden. Als einen möglichen Partner nannte er die Technologie-Beratungsstelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Über Details, wie man diesen Weg beschreiten könne, und wer innerhalb der Kürze der Zeit ein Konzept präsentieren können, sollten bereits gestern Nachmittag weitere Gespräche geführt werden.

Schäffer: »Ein Vorteil ist, dass durch die Arbeit des Insolvenzverwalters das notwendige Zahlenmaterial verlässlich vorliegt.« Er unterstrich: »Es gab gestern keine konkrete Zusage des Ministers, bestimmte Beträge zur Verfügung zu stellen.« Folglich sei die Machbarkeitsstudie auch ergebnisoffen zu führen.« Insolvenzverwalter Dr. Norbert Westhoff habe zwar Bedenken geäußert und darauf hingewiesen, auf gewisse rechtliche Rahmenbedingungen auch bei einer solchen Lösung achten zu müssen, grundsätzlich aber zugesichert, sich einem solchen Ansatz nicht zu verschließen und alles aus einer Sicht Mögliche dafür zu tun. Dr. Norbert Westhoff: »Mann muss darauf achten, dass eine solche Teillösung wirtschaftlich abgesichert ist und man die Mitarbeiter nicht in ein unternehmerisches Risiko schickt, das für sie nicht absehbar ist.«

Nachdem vor gut zwei Wochen ein Investor abgesprungen war, weil keine Einigung mit größeren Kunden der Fennel GmbH über Patente und Spezialwerkzeuge erzielt werden konnte, hatte Dr. Norbert Westhoff erklärt, dass man den Betrieb Ende März werde schließen müssen.

Die Landtagsabgeordnete Inge Howe (SPD) hatte den Ministerbesuch angestoßen. Sie sagte: »Wenn die Machbarkeitsstudie zum positiven Ergebnis führt, haben wir den Vorteil, dass der Minister sensibilisiert ist. Ein Anruf würde genügen, um die Sache auf den Weg zu bringen.«

Für die Beschäftigten wünsche sie sich, »dass die Prüfung positiv ausfällt und Arbeitsplätze erhalten bleiben.«

WB vom 14.12.2010