Land fördert ab 1. Januar 2011 erneut diese Einrichtung / Offene Beratung wird ausgebaut
Minden (mt). Das ArbeitsLebenZentrum (ALZ) wird im nächsten Jahr die offene Beratung im Arbeitslosenzentrum Johanniskirchhof ausbauen können. Die neue Landesregierung hat sich jetzt darauf verständigt, die Arbeitslosenzentren in NRW erneut zu fördern.
Damit hat das Zentrum eine zwei Jahre andauernde Durststrecke überwunden. Zum 30. September 2008 war nämlich die Förderung in Höhe von 60 000 Euro (Landes- und EU-Gelder) gestrichen worden. Geschäftsführerin Stella Gieseler: "Das hat dazu geführt, dass eine ganze Stelle weggefallen ist." Mit einem Mix aus kirchlichen Zuschüssen, Spenden und eigenen Mitteln habe sich das Mindener Arbeitslosenzentrum über Wasser halten können. Das hat längst nicht überall im Lande geklappt. Dazu die heimische Landtagsabgeordnete Inge Howe: "In vielen anderen Städten mussten Arbeitslosenzentren schließen."
Förderantrag wird umgehend gestellt
Dass in Minden die bestehenden Strukturen erhalten worden sind, bietet jetzt den Vorteil, dass der Förderantrag umgehend gestellt werden kann. Geschäftsführerin Stella Gieseler rechnet nun mit einem Zuschuss in Höhe von 48 000 Euro für das Mindener Arbeitslosenzentrum. Antragsteller können Einrichtungen sein, die Erfahrung in der individuellen Begleitung und Betreuung erwerbsloser Menschen vorweisen können.
"Erforderlich sind zudem angemessene Räumlichkeiten sowie regelmäßige Öffnungszeiten an mindestens fünf Tagen in der Woche mit insgesamt 30 Wochenstunden", erklärt Inge Howe. Das neue Angebot des Landes werde sich an den Förderkonditionen des Jahres 2008 orientieren und mit einem Qualitätssicherungskonzept verbunden sein, dass derzeit erarbeitet wird.
Ratsuchende kommen meist aus Minden
Seit mehr als 25 Jahren betreibt das ArbeitsLebenZentrum im Kreis Minden-Lübbecke e.V. als Träger das Arbeitslosenzentrum Johanniskirchhof. Seit Ende 2008 bietet das ALZ im Auftrag des Kreises Minden-Lübbecke (Amt proArbeit) auch psychosoziale Beratung an.
Dieses Angebot wird zunehmend nachgefragt, zeigt ein Blick in die Statistik: Waren es 2009 noch 209 psychosoziale Beratungen, sind es im aktuellen Jahr (bis einschließlich September) schon 267. Die meisten Ratsuchenden kommen aus Minden, sind mehr als drei Jahre lang arbeitslos und beziehen Sozialhilfe nach dem ALG II. Inhaltlich geht es meist um rechtliche Fragen und die wirtschaftliche Situation.
Bildunterschrift: Freude über die Landesförderung für die Arbeitslosenzentren in NRW (von links): Die stellvertretende Landrätin Birgit Härtel (ALZ-Vorstand), Geschäftsführerin Stella Gieseler, Landtagsabgeordnete Inge Howe, Superintendent Jürgen Tiemann (ALZ-Vorstand) sowie Beraterin Rosemarie Bork. | MT-Foto: A. Peper
Quelle: MT-Online vom 05.10.2010