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Jugend- und Sozialpolitiker auf Praxisbesuch in der Mindener DRK-Jugendhilfe

Soziales

Minden: Welche Themen sind heute und zukünftig von Bedeutung für die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe? Reinhard Wandtke, Vorsitzender des Kreisjugendhilfeausschusses, sowie die Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh besuchten in Begleitung von Ernst-Wilhelm Rahe die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Deutschen Roten Kreuzes in Minden.

Kinder- und Jugendhilfe ist überwiegend kommunal organisiert und finanziert. Angesichts der knappen kommunalen Mittel wird es zukünftig darauf ankommen, Schwerpunkte zu setzen und gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um wichtige Strukturen in der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Familien vor Ort zu erhalten.

In einem Fachdiskurs mit Mitarbeitern der Elsa-Brandström-JugendHilfe des Deutschen Roten Kreuzes standen die Themen „Frühe Hilfen“, „Frühförderung und Prävention“ für Kinder in der Diskussion.

Der Träger engagiert sich hier insbesondere für den Ausbau und die Qualifizierung von ambulanten Hilfen für junge Mütter und ihre Kinder und für eine Qualifizierung der Versorgung von Grundschulkindern im Offenen Ganztag. Das DRK ist in diesem Bereich in mehreren Mindener Schulen als Träger aktiv. Aus Sicht der Einrichtung bietet der Offene Ganztag ein großes Förderpotential, insbesondere für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien. Wichtig wäre es, so Hans-Jürgen Weber vom DRK, wenn alle Kinder einen kosten- und barrierefreien Zugang zum Offenen Ganztag erhielten und dazu gehört seines Erachtens auch ein kostenloses Mittagessen.

Für die Jugendlichen, die in Wohn- und Lebensgemeinschaften des Trägers betreut werden, steht vor allem eine schulische und berufliche Qualifizierung im Vordergrund. Jugendliche, die in der freien Wirtschaft oder bei überbetrieblichen Trägern keinen adäquaten Ausbildungsplatz finden, erhalten in der Elsa-Brandström-JugendHilfe in sog. einrichtungsinternen Ausbildungsbereichen eine Chance auf eine berufliche Integration.

Vor Ort kamen die Jugend- und Sozialpolitiker mit den Auszubildenden der einrichtungsinternen Friseurausbildung ins Gespräch und konnten sich in der Großküche des Trägers über die Ausbildung von Hauswirtschaftern, Köchen und Beiköchen informieren. Inge Howe: „Ohne einen Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung haben die Jugendlichen kaum Chancen auf Integration in das Erwerbsleben nach Abschluss der Jugendhilfe“.

Wie sieht die Arbeit mit jungen Müttern und ihren Babys aus? Was ist nötig, um das Kindeswohl zu sichern? Mit diesen Fragen stiegen die Vertreter der Kreis- und Landespolitik in das Gespräch mit dem Mutter-Kind-Team der Einrichtung ein. Ein sehr schwieriges Arbeitsfeld für die beteiligten Fachkräfte, das oftmals mit einer Gradwanderung zwischen Unterstützung der Mütter und Stärkung der Mutter-Kind-Bindung auf der einen Seite und der Sicherung des Kindeswohls auf der anderen Seite einhergeht.

Die Elsa-Brandström-JugendHilfe des Deutschen Roten Kreuzes beabsichtigt das stationäre Mutter-Kind-Angebot durch einen Umbau der alten „Augenklinik“ auf dem Gelände des ehemaligen Klinikums zu erweitern. Dort sollen bis zu acht junge Mütter mit ihren Babys betreut und versorgt werden. Der Bauantrag dafür liegt bei der Stadt Minden und man hofft, in Kürze mit dem Umbau beginnen zu können.
Auf demselben Gelände plant das DRK die Errichtung einer Kindertagesstätte mit 20 Plätzen für Kinder U 3, entsprechende Anträge liegen inzwischen beim Landesjugendamt zur Genehmigung vor. Mit diesem Projekt will die Elsa-Brandström-JugendHilfe insbesondere in den Arbeitsbereich Frühe Hilfen investieren und hofft dafür auch auf die Unterstützung der regionalen Jugendhilfepolitik bzw. auf die Förderung des Landes.

„Jugend- und Sozialpolitik ist ein spannendes und herausforderndes Politikfeld“, so Inge Howe und dies wird besonders in der konkreten Begegnung mit der Praxis vor Ort deutlich. Ernst-Wilhelm Rahe sieht auch hier einen seiner Arbeitsschwerpunkte.

Für die Mitarbeiter/innen der Elsa-Brandström-JugendHilfe ist der Austausch mit den politisch Verantwortlichen von besonderer Bedeutung und man erhofft sich, dass gute Praxis auch die notwendigen politischen Rahmenbedingungen erhält.

Bildunterschrift:
Im Gespräch (v.l.n.r.): Karl-Heinz Haseloh (SPD-MdL), Inge Howe (SPD-MdL) und Ernst-Wilhelm Rahe (SPD-Landtagskandidat) mit den Trägervertretern des DRK