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Howe und Haseloh für Rücknahme der Novellierung des Sparkassengesetzes

Landespolitik

„Als Finanzminister macht Linssen die falschen Vorschläge!“

Kreis Minden-Lübbecke: Vier Sparkassenträger und zahlreiche Filialen bilden im Kreis Minden-Lübbecke ein funktionierendes Netz für die Sparkassenkunden.

Dies kann sich zukünftig ändern, wenn es nach dem Willen der Landesregierung geht. Gestern fand in Düsseldorf die öffentliche Anhörung zur Novellierung des Sparkassengesetzes statt – begleitet von tausenden demonstrierenden Bankangestellten.

Dieser Protest wird von den heimischen SPD-Abgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh unterstützt: „Die beabsichtigten Änderungen leisten einer späteren Privatisierung unserer Sparkassen Vorschub und werden zu Recht von den Sparkassen und ihren Verbänden abgelehnt.“

Auch aus dem Kreisgebiet, der Stadtsparkasse Bad Oeynhausen nehmen Mitarbeiter an der Demonstration in Düsseldorf teil. „Ein langer Zug von etwa 3.000 Demonstranten bewegt sich auf der Graf-Adolf-Straße zum Landtagsgebäude“ berichtet Haseloh aus seinem Düsseldorfer Büro.

Hauptkritikpunkte an dem Gesetzesentwurf sind die Schaffung eines gesetzli-chen Finanzverbundes zwischen den Sparkassen und der WestLB, der in dieser Form einmalig in Deutschland wäre sowie die beabsichtigte Einführung von Trägerkapital, wofür kein Bedarf bestehe.

Weiterer Kritikpunkt ist vorgesehene beliebige Verwendung der ausgeschütteten Gewinne. Dies sei „ein regelrechter Systembruch“ so die beiden SPD-Landespolitiker, da „die Gemeinnützigkeit das wesentliche Merkmal der Sparkassen ist und die Gewinne nicht für den städtischen Haushalt vorgesehen sind“.

Aus den Reihen der Mitarbeiter wird befürchtet, dass von den 63.000 Arbeitsplätzen in Nordrhein-Westfalen etwa 20.000 Stellen gestrichen werden könnten. „Unsere Sparkassen vor Ort sind Partner des Mittelstandes und wichtiges Geldinstitut für unser Handwerk“, so Haseloh und Howe. Diese Partnerschaft dürfe nicht gefährdet werden.

Ebenso wenig die Förderung und das Engagement der Sparkassen im sozia-len, kulturellen, sportlichen und ehrenamtlichen Bereich. Haseloh: „Die Sparkassen sind mit jährlich 155 Millionen Euro einer der wichtigsten Sponsoren für Kulturveranstaltungen und unserer kleinen Sportvereine vor Ort“.

Beide Sozial-demokraten hegen die Hoffnung, dass die Landesregierung den Protest der Sparkassen mit ihren Mitarbeitern, aber auch den der kommunalen Spitzenver-bände Ernst nehmen wird: „Als Finanzminister macht Herr Linssen einfach die falschen Vorschläge.“