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Fennel steht vor dem endgültigen Aus

Presse

Bad Oeynhausen (WB). Bei Fennel ist Schluss. Alle Mitarbeiter erhalten die Kündigung. Nachdem ein weiterer großer Kunde sich zurückgezogen hat, ist auch die Fortführung des Betriebes durch einige Mitarbeiter keine Option mehr. Die Produktion wird Ende März eingestellt.

Das haben gestern Lutz Schäffer, Bevollmächtigter der Industriegewerkschaft (IG) Metall, und die Landtagsabgeordnete Inge Howe (SPD) bestätigt. Die Politikerin hatte Mitte Dezember versucht, die Bemühungen einiger leitender Mitarbeiter des Kunststoffformgebers zu unterstützen, Fennel in abgespeckter Form doch noch fortführen zu können.

Eine Machbarkeitsstudie sollte klären, ob diese Option in Verbindung mit einer Landesbürgschaft besteht. »Ein grobes Konzept stand. Es hätte die Basis für weitere Überlegungen bilden sollen«, sagte Lutz Schäffer. Es habe schon kurze Zeit nach dem Besuch des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Guntram Schneider (SPD) in Wulferdingsen vorgelegen.

»In diese Entwicklung ist die Nachricht geplatzt, dass ein weiterer großer Kunde sich nach einem anderen Lieferanten umschaut und mit Fennel nicht weiter zusammenarbeiten wird«, erklärte Schäffer. Damit sei der Mitarbeiter-Lösung für die Fortführung des Betriebes die Planungsgrundlage entzogen.

»Ein Fünkchen Hoffnung war da. Es ist sehr schade für die Mitarbeiter, dass es nicht weitergeht«, meinte Inge Howe. Regelrecht »kurios« mutet für Lutz Schäffer die Tatsache an, »dass das Unternehmen vor dem Hintergrund der drohenden Schließung Ende März nur noch bis zum 17. Dezember Aufträge hat annehmen können, um sie überhaupt abarbeiten zu können.« Die Kunden würden sich offenbar mit Material von Fennel versorgen, »weil sie die Produkte an anderer Stelle so schnell offenbar nicht bekommen.« Inge Howe äußerte ein Stück weit Verständnis für die Fennel-Kunden, die sich nicht weiter auf unsicherem Terrain bewegen wollten. Zugleich ließ sie keinen Zweifel daran, dass ein früherer Ganz zum Insolvenzgericht die Option eröffnet hätte, Teile des Unternehmens retten zu können. Inge Howe: »Dies hätte man wohl schon im Herbst 2009 tun sollen.« Diese Einschätzung teilte auch Lutz Schäffer. Er sagte zudem, dass die IG Metall sich dafür stark machen werde, alle notwendigen Überprüfungen vorzunehmen, ob der damaligen Geschäftsführung der Fennel GmbH der Vorwurf der Insolvenzverschleppung gemacht werden könne. Lutz Schäffer: »Wir werden das juristisch prüfen lassen.«

Wie bei jedem anderen Insolvenzverfahren wird diese Frage routinemäßig auch bei der Fennel GmbH von der Staatsanwaltschaft, in diesem Fall der Bielefelder, untersucht. Um Fristen zu wahren, sollen alle Fennel-Mitarbeiter noch in dieser Woche ihre Kündigung zum Termin Ende März erhalten. Lutz Schäffer: »Für eine Transfer-Gesellschaft zur Qualifizierung wird kein Geld da sein.« Interessenausgleich und Sozialplan seien aber ausgehandelt.

Quelle: WB vom 29.12.2010