Sieger in Kampfabstimmung gegen Hellmut Hiese / Runderneuerung im Vorstandsteam des Stadtverbandes
Porta Westfalica (Ly). Runderneuerung bei der Portaner SPD: Zum Vorsitzenden hat der Stadtverband Michael Temme (39) aus Holzhausen gewählt. Die Posten der drei Stellvertreter sowie weitere Ämter im Vorstand sind seit Freitagabend ebenfalls neu besetzt.
Mit deutlicher Mehrheit von 29:12 Stimmen hatte sich Bauunternehmer Michael Temme in einer Kampfabstimmung gegen den Holzhauser Hellmut Hiese durchgesetzt, der dem linken SPD-Flügel zugerechnet wird. Temme tritt die Nachfolge von Karsten Donnecker an, der nach fünf Jahren zwischenzeitlich im Rat sitzt und meint, dass "beide Posten kollidieren" würden. Bei der SPD soll der Stadtverband die Richtlinien der Politik bestimmen, die Ratsfraktion diese umsetzen. Auch der neue Vorsitzende versteht den Stadtverband als "Aufsichtsrat der Fraktion".
Temmes Stellvertreter sind Petra Kavanagh (Möllbergen), Dietrich Müller-Prasuhn (Wülpke) und der zweite Vize-Bürgermeister Friedrich Schmeding (Eisbergen). Der Wechsel auf diesen Posten hat unterschiedliche Gründe. So unterlag der bisherige Vize Joachim Rohn in der Abstimmung gegen Schmeding, während Birgit von Lochow sich auf die Arbeit in Rat und Ortsverein sowie den Vorsitz im Bezirksausschuss konzentriert. Ratsherr Frank Huck war nicht wieder vorgeschlagen.
Gestärkt fühlt sich Michael Temme, weil ein Team ihn gebeten habe, als Chef des Stadtverbandes zu kandidieren. "Von allein wäre ich darauf nicht gekommen." Mehr Zeit als früher hat er auf jeden Fall. Nach der Kommunalwahl hatte Michael Temme, der 13 Jahre im Rat war, sein Mandat verloren, zugleich den Vorsitz im Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen.
"Stadtverband der Aufsichtsrat der Fraktion"
In Holzhausen nicht aufgestellt, war er in Veltheim angetreten, stand dort aber gegen Karl-Erich Schmeding (CDU) auf verlorenem Posten. Mit Listenplatz sechs schien der Holzhauser gut abgesichert, doch weil die Genossen 17 Direktmandate holten, zog die Liste nicht. Seitdem ist Temme nur noch sachkundiger Bürger im Aufsichtsrat der Stadtwerke - und neuerdings SPD-Chef.
Vorgenommen hat sich der frischgebackene Vorsitzende, den Bodenabbau politisch zu begleiten, beispielsweise am Sprengelweg und an der Wülpker Egge. Besonderes Augenmerk soll auf Rekultivierung gerichtet werden. Außerdem möchte Temme gerne wissen, "wie es mit dem Veltheimer Kraftwerk weitergeht". In dieser und anderen Fragen setzt er auf engen Dialog mit den Gruppen der Lokalen Agenda. Und auch die Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen soll intensiviert werden, "um die Basisdemokratie zu stärken".
Der Schuldebatte will sich Temme ebenfalls nicht verschließen. "Es wird in Zukunft keine zehn Grundschulen mehr geben", hatte zuvor SPD-Fraktionschef Rainer von Marcholewski bekräftigt. "Zehn Eingangsklassen, zehn Grundschulen", rechnete er vor. "Und im Schulgesetz steht, dass Grundschulen mindestens zweizügig sein sollen." Qualität müsse an erster Stelle stehen, meinte auch Karsten Donnecker.
Zum Haushalt, heute das beherrschende Thema im Rat, hatten weder von Marcholewski ("Sehr deprimierend") noch Bürgermeister Stephan Böhme ("Riesengroßes Loch") erfreuliche Nachrichten.
Recht ausführlich stellte die Landtagsabgeordnete Inge Howe das SPD-Programm zur NRW-Wahl im Mai vor. Abschaffen wollen die Genossen die Aufhebung der Schulbezirke, das Turbo-Abitur sowie "Gebühren von der Kita bis zur Uni".
Zum geschäftsführenden Vorstand der Portaner SPD gehören noch Kassierer Wolfgang Lücke, der im Amt bestätigt wurde, und die neue Schriftführerin Mareike Dorny. Neben seinem Vize-Posten übernimmt Dietrich Müller-Prasuhn die Aufgaben des Pressereferenten, Petra Kavanagh ist zugleich Referentin für besondere Aufgaben.
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Dokument erstellt am 21.02.2010 um 21:15:06 Uhr