
Düsseldorf/Minden-Lübbecke: Die Frauen der SPD-Landtagsfraktion haben vergangene Woche für den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ein sichtbares Zeichen gesetzt: Demonstrativ stellten sie zu Beginn der Landtagsdebatte zum Antrag "Minijobs- keine Mini-Bezahlung für Maxi-Arbeitszeiten" rote Taschen - dem weltweiten Symbol des Equal-Pay-Days - auf ihre Tische im Plenarsaal.
Der Equal-Pay-Day, der für Deutschland auf dem 20. März liegt, will weltweit auf die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern hinweisen. Bis zu diesem Tag müssen Frauen arbeiten um das Einkommen zu erhalten, das die Männer bereits am Ende des Vorjahres erreicht haben. In den anderen europäischen Ländern wird dieser Tag deutlich früher begangen - mit 22 - 23 Prozent Lohnunterschied hebt sich Deutschland bedauerlich weit von anderen Ländern ab.
"Es kann nicht sein, dass im 21. Jahrhundert die Frauen in Deutschland immer noch rund ein Viertel weniger Lohn erhalten als ihre männlichen Kollegen", sagte Inge Howe, heimische Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion. Eine der Ursachen für diese Lohnunterschiede sei die Zersplitterung früherer Voll- und Teilzeitstellen in Minijobs. In den Betätigungsfeldern, in denen Minijobs angeboten würden, wie zum Beispiel im Einzelhandel, im Gastgewerbe, in Privathaushalten oder in der Pflege seien überwiegend Frauen beschäftigt.
"Dabei stehen Arbeitszeit und Arbeitsleistung häufig in keinem angemessenen Verhältnis zum Entgelt. Deshalb fordern wir die Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit im Rahmen von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen auf maximal 15 Stunden. Dazu haben wir vergangene Woche einen Antrag gegen die Mini-Bezahlung für Maxiarbeitszeiten bei Minijobs eingebracht. Wir erwarten von der Landesregierung eine entsprechende Initiative im Bundesrat", erklärte Howe.
Die SPD-Bundestagsfraktion habe eine solche Initiative ebenfalls beschlossen. Es gehe nun darum, diese Änderung beim Koalitionspartner und im Bundesrat durchzusetzen.