
SPD-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit der Wasserschutzpolizei und der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke
Minden-Lübbecke: Die östlichste Dienststelle der Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen liegt ganz in der Nähe des Wasserstraßenkreuzes von Weser und Mittellandkanal in Minden. Grund genug für die Landtagsabgeordneten Inge Howe und Christian Dahm (beide SPD), sich vom Leiter der Wasserschutzpolizei, Polizeihauptkommissar Ralf Kunschke, die Aufgaben „der Polizei zu Wasser“ vorstellen zu lassen.
Der Zuständigkeitsbereich der 15 Beamten, die in zwei Dienstgruppen aufgeteilt sind und unter der Leitung von Kunschke stehen, erstreckt sich auf dem Mittellandkanal von Bohmte bis Minden und auf der Weser von Porta Westfalica bis Petershagen-Schlüsselburg. Zur Durchführung ihrer Arbeit stehen den Beamten die Boote "WSP 22" und "WSP 23" zur Verfügung.
Die Aufgaben der Wasserschutzpolizei weichen in bestimmten Bereichen von denen der Polizei an Land ab. "Normale polizeiliche Einsätze wie beispielsweise Raubüberfälle und Schlägereien kommen auf dem Wasser eher selten vor“, so Kunschke. Der Streifendienst zu Wasser ist eher geprägt durch die Überwachung und Regelung des Schiffsverkehrs, die Durchführung von Schiffskontrollen sowie der Bekämpfung von Gewässerverunreinigungen. Hierzu gehöre die Entnahme von Gewässerproben und Vergleichsproben bei Verunreinigungen, also die Überwachung der Schifffahrt unter Aspekten des Umweltschutzes. „Flächenmäßig betreuen wir den zweitgrößten Zuständigkeitsbereich in Nordrhein-Westfalen“, erklärte der Leiter der Wasserschutzpolizei.
Viel Fläche hat aber auch die „Polizei zu Lande“ im Kreis Minden-Lübbecke zu betreuen. In sechs Polizeiwachen sorgen gut 165 Polizeibeamte für die Sicherheit der Bürger im Mühlenkreis. Insgesamt verfügt die Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke über ca. 480 Beschäftigte im Polizeivollzugsdienst, der Kriminalpolizei und in der Verwaltung. „Die Mitarbeiter wehren Gefahren für die öffentliche Sicherheit ab, bekämpfen Kriminalität sowie Unfälle und bewältigen Einsätze“ erklärte Landrat Dr. Ralf Niermann als oberster Leiter der Kreispolizeibehörde.
„Das individuelle Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger des Mühlenkreises spiegelt die Lebensqualität vor Ort wider und ist daher besonders wichtig“, unterstrich auch Inge Howe seitens der SPD. Dieses Sicherheitsgefühl wird untermauert durch die praktizierte Bürgernähe der Polizei. „Allein 35 Bezirksbeamte, verteilt auf das gesamte Kreisgebiet, leisten hierzu eine wichtige Arbeit“, erklärte Polizeidirektor Detlef Stüven. Als Bindeglied stehen sie durch ihre Präsenz den Bürgerinnen und Bürgern zur Seite und „garantieren zugleich eine hohe Kompetenz vor Ort von Fragen der Verkehrssicherheit bis zum Diebstahl“. Hinzu kämen die beiden Stadtwachen in Minden und Bad Oeynhausen, in denen Polizei und Ordnungsamt zusammen arbeiten.
Kontinuierlicher Handlungsbedarf bestünde im Bereich der Verkehrssicherheit, denn im Kreisgebiet Minden-Lübbecke kommen auf 1000 Einwohner erstaunliche 654 Kraftfahrzeuge – deutlich mehr als im Landesdurchschnitt. In „ländlich geprägten Kreisen wie Minden-Lübbecke und Herford sind die Menschen ganz einfach auf ihr Auto angewiesen“, erklärte deshalb Christian Dahm, der zugleich Mitglied im Innenausschuss des Landtags NRW ist. Umso wichtiger sei in dieser Hinsicht „die Polizeipräsenz in der Fläche“.
Das hierfür auch Nachwuchs ausgebildet werden müsse, sei „selbstverständlich“, so Verwaltungsleiterin Maya Carmesin. Minden-Lübbecke bildet mit 60 Studierenden überproportional stark aus. „Wir bilden quasi auch für andere Polizeibehörden aus.“ Eine dringende Notwendigkeit, denn in den nächsten Jahren „erreicht uns eine Pensionswelle“, unterstrich abschließend Personalratsvorsitzender Joachim Odermann die Anstrengungen.
Fotounterschrift:
Die Polizei als Ansprechpartner für Bürgernähe und Sicherheit – die SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe (3. v. links) und Christian Dahm (2. v. rechts) im Gespräch mit dem Personalratsvorsitzenden Joachim Odermann, Polizeidirektor Detlef Stüven, Verwaltungsleiterin Maya Carmesin, Landrat Dr. Ralf Niermann und dem Leiter der Wasserschutzpolizei Ralf Kunschke (auf dem Bild beginnend von links).