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Presseartikel "Gemeinschaftschule - Eine Alternative im ländlichen Raum"

Schule und Bildung

Demographischer Wandel, niedrige Anmeldezahlen – »Ist die Gemeinschaftsschule eine Alternative im ländlichen Raum?«, fragte Landtagsabgeordnete Inge Howe. Diese Frage stieß auf breites Interesse, denn über vierzig Zuhörer waren ins Gasthaus Albersmeyer in Frotheim gekommen, um die Antwort der beiden Referenten Achim Körbitz und Dr. Ernst Rösner zu hören.

Die Thematik um die Reform des Schulsystems durch eine Gemeinschaftsschule ist hochaktuell, wie Dr. Ernst Rösner von der Universität Dortmund weiß. »Heute ist der zweite Tag in Schleswig- Holstein, wo die sieben ersten Gemeinschaftsschulen nach dem hier vorgestellten Konzept arbeiten «, so der Wissenschaftler.

Doch muss man nicht bis nach Schleswig-Holstein schauen, ein Blick ins Münsterland genügt. »Dort nämlich haben die CDU-Bürgermeister und Gemeinderäte der beiden Gemeinden Horstmar und Schöppingen entschieden, einen Schulversuch mit der Einführung einer allgemeinen Sekundarschule zu beantragen«, erklärte Achim Körbitz, ehemaliger Rektor einer Herforder Realschule und nun Mitglied im Planungsstab des Schulversuchs.

Demographie und ein geändertes Anmeldeverhalten, die die beiden Gemeinden zu diesem Schritt gezwungen haben, seien vielerorts zu verzeichnen, erklärte Dr Rösner: »Wenn man sich betrachtet, zu welchen Schulen Viertklässler wechseln, wird deutlich, dass Haupt- und Realschule Verlierer des jetzigen Systems sind.« So präsentierte der Wissenschaftler Zahlen, nach denen in den vergangenen sieben Jahren beinahe konstant 70 000 Schüler auf das Gymnasium wechselten. »In Zeiten rückläufiger Schülerzahlen ist das nur möglich, wenn man auf Kosten der Realschule expandiert.«

Besonders dramatisch sei der Verlust der Hauptschule, die anders als die beiden anderen Schulformen den Verlust von oben nicht ausgleichen kann. »Im Vergleich zu 2001 wechselten 2006 14 000 Schüler weniger auf die Hauptschule. Die Eltern wollen diese Schulform nicht.« Aufstiegschancen der Schüler und eine Antwort auf das geänderte Anmeldeverhalten sieht neben Rösner auch Achim Körbitz in einer Gemeinschaftsschule. »Das Besondere ist, dass es sich nicht um eine Einheitsschule handelt.

Die Organisation, ob oder wie lange ein gemeinsamer Unterricht
erfolgt, soll vom Schulträger und vom Kollegium entschieden werden. « So haben sich Horstmar und Schöppingen für einen gemeinsamen Unterricht bis einschließlich Klasse sieben entschieden. Wie im Gymnasium werden in der Klasse sechs zwei Sprachen unterrichtet, »von denen man eine später zum Beispiel für ein technisches Fach abwählen kann«, erklärte Körbitz.
Ab Klasse acht erfolge je zur Hälfte ein schulformbezogener und ein gemeinsamer Unterricht. Nach Klasse zehn wäre dann ein Wechsel in die Oberstufe eines Gymnasiums möglich. Rösner und Körbitz glauben beide, dass »gerade im ländlichen Raum, wo vor Ort nur eine Hauptschule oder Realschule existiert, die Gemeinschaftsschule eine echte Alternative « sei, wenn sie genehmigt wird. »Die Landesregierung steht derzeit dem Modell eher ablehnend gegenüber«, so Rösner.

Die SPD in Espelkamp hat sich in einem Arbeitspapier für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ausgesprochen. »Wir sehen das als Möglichkeit, um auf den demographischen Druck zu reagieren«, erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Hülsmann.

Quelle: Espelkamper Zeitung Foto: Matthias Lippold

Downloads:

Gemeinschaftsschul-Konzept
Masterplan Gemeinschaftsschule der SPD in Espelkamp
"Beste Bildung für Alle" - Das neue Bildungskonzept der NRWSPD

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