Inge Howe, SPD-Landtagsabgeordnete aus Minden, ist zur neuen Schirmherrin der Deutschen Rheuma-Liga NRW benannt worden. Sie tritt damit die Nachfolge der früheren NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer an.
Die Deutsche Rheuma-Liga ist die größte Selbsthilfeorganisation für rheumakranke Menschen. Mehr als 1300 Ehrenamtliche leisten allein in NRW Hilfe, Beratung und Unterstützung in 98 örtlichen Arbeitsgemeinschaften. Sämtliche Aktivitäten werden in der Essener Geschäftsstelle koordiniert.
Rheumatische Erkrankungen gehören zu den am weitesten verbreiteten chronischen Leiden in den Industriegesellschaften. Hierunter fallen mehr als 400 Krankheiten, wie beispielsweise die Rheumatoide Arthritis. Eine Erkrankung mit Gelenkzerstörungen, die durch eine frühe Diagnose und Behandlung verhindert werden kann.
Innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten Symptome sollte eine effektive Behandlung beginnen. „Doch leider bestehen in Deutschland immer noch erhebliche Defizite in der Versorgung Rheumakranker“, erklärte Inge Howe. „Viele Patienten werden erst nach längerer Erkrankungsdauer zu einem Rheumatologen überweisen.“ Einer der Gründe dafür ist die geringe Anzahl der in der ambulanten Versorgung tätigen Fachärzte. Hierdurch entstehen in einzelnen Praxen Wartezeiten bis zu mehreren Monaten, in denen die Erkrankung zu irreversiblen Gelenkzerstörungen führen kann.
„Eine engere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und fachärztlichen Rheumatologen zur Einrichtung von Frühdiagnose-Sprechstunden kann diese Situation verbessern helfen“, fordert Howe als Schirmherrin der Rheuma-Liga NRW. Ein solches Modell wurde vor einiger Zeit am Rheumazentrum Hannover unter wissenschaftlicher Begleitung eingeführt. „Die ersten Erfahrungen stimmen zuversichtlich, entzündliches Rheuma kann dann gut behandelt werden, wenn eine frühe Diagnose und ein abgestimmtes Therapiekonzept zwischen Hausarzt und Facharzt vorliegt“, unterstreicht Howe.