Es ist eine der wichtigsten Fragen im Leben des Menschen. »Was für einen Beruf möchte ich ausüben?« Dabei sollte der Berufsorientierungsparcours (BOP) im Bürgerhaus Hilfestellung geben.

Mit einer Rekordzahl von 800 Schülern konnte der vierte BOP gestern aufwarten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Senckel war begeistert: »Ich freue mich, dass das Angebot so gut angenommen wird. Die Schüler wissen, dass hier die Weichen für ihre Zukunft gestellt werden.« Zudem könnten sich die Jugendlichen einen Überblick verschaffen, ob sie sich für einen kaufmännischen oder einen technischen Beruf entscheiden möchten.
An 31 Stationen konnten sich die Schüler des Söderbloms, der Birger-Forell-Realschule, der Hauptschule Ernst-Wiechert, der Martinsschule und der Hauptschule Diepenau, über verschiedenste Berufe wie Chemielaborant, Holzmechaniker, Bankkaufmann oder Mediengestalter informieren und einen Einblick über die praktische Seite der Berufe erlangen. Ob es nun galt, mit einer Schutzbrille Chemikalien zu mischen oder sich mit den bürokratischen Vorgaben des Bankkaufmannes zu beschäftigen - all diese Dinge wurden den Schülern von den 22 teilnehmenden Unternehmen näher gebracht.
Besonders freute es die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Howe, dass dieser Informationsaustausch »auf Augenhöhe« geschieht. »Denn an vielen Ständen informieren Auszubildende oder gerade ausgebildete Mitarbeiter die Schüler.« Christel Senckel dankte vor allem Inge Howe und der Interessengemeinschaft Espelkamper Unternehmen (IGEU) für ihr Engagement, den BOP auszurichten. Armin Gauselmann, IGEU-Mitglied, erklärte, dass der Parcours zeige, dass nur mit »gewisser Power« ein Projekt wie der BOP realisiert werden könne. Mit Rahden, Lübbecke und Minden habe dieser auch viele Nachahmer gefunden.
Walfried Kattelmann (IGEU) erhofft sich Synergie-Effekte des BOPs mit der Berufsausbildungsmesse (BAM). Langfristig sei auch eine Zusammenlegung der beiden Veranstaltungen möglich. Das Interesse an dem Berufsparcours war so groß, dass Karin Ressel vom organisierenden Technikzentrum Minden-Lübbecke sogar Schulen wie der Gesamtschule Hille absagen musste, da die Kapazitätsgrenze erreicht sei.
Auch die sich vorstellenden Unternehmen zeigen immer größeres Interesse an der Veranstaltung. »Wir sind das erste Mal dabei, und das Angebot kommt gut an«, erklärte Arne Kriesmann von der Elastogran GmbH in Lemförde. Und Shirin Nuhi, Dachdeckerin beim Unternehmen Brüggemann und Kube, war beeindruckt, »wie diszipliniert sich die Kids geben«. Außerdem sei sie überrascht, wieviele Mädchen sich für den Beruf des Dachdeckers interessierten.
Jutta Sartison und Lisa Picht von der Birger-Forell-Realschule wussten zwar noch nicht genau, was sie denn nach der Schule machen wollten. »Aber den Aufbau mit den verschiedenen Stationen beim BOP finden wir gut.«
Quelle: Westfalen-Blatt - Felix Quebbemann (Text) und Kathrin Weege (Foto)