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Howe: 1500 zusätzliche Ausbildungsplätze in der Pflege ab 2012

Soziales

SPD-Landtagsabgeordnete informiert Vertreter heimischer Einrichtungen

Minden-Lübbecke/Düsseldorf. „NRW handelt“, so die zusammenfassende Feststellung der Minden-Lübbecker Landtagsabgeordneten Inge Howe vor Vertretern von Pflegeeinrichtungen aus dem Mühlenkreis, „vom Bund gibt es leider nur Ankündigungen.“ Die SPD-Parlamentarierin informierte jetzt im Rahmen einer Veranstaltung Leitungskräfte von Einrichtungen aus der Region über die vom Land NRW auf den Weg gebrachten aktuellen Änderungen bei der Altenpflegeausbildung.

Das Landeskabinett habe demzufolge ein Eckpunktepapier zur Einführung eines Ausgleichsverfahrens nach §25 Altenpflegegesetz in der Altenpflegeausbildung („Umlagefinanzierung”) beschlossen. Damit sei der Weg für eine wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in der Pflege geebnet. „Wir haben in der Pflege einen für die Einrichtungen und ambulanten Dienste spürbaren Fachkräftemangel sowie einen deutlichen Mangel an Ausbildungsplätzen in der Altenpflegeausbildung in Nordrhein-Westfalen. Es fehlen dreijährig ausgebildete Fachkräfte”, erklärte Inge Howe.

So habe etwa das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) Köln auf Grundlage der Landesberichterstattung Gesundheitsberufe 2010 berechnet, dass Ende 2010 in NRW nahezu 3.000 Absolventinnen und Absolventen in den Pflegeberufen gefehlt hätten. Der Mangelschwerpunkt liege dabei im Bereich der dreijährigen Altenpflegefachkraftausbildung: Allein hier wurden rund 2.500 Altenpflegerinnen und Altenpfleger zu wenig ausgebildet.

"Nun wird die im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbarte Umlagefinanzierung in der Altenpflegeausbildung eingeführt, um die Zahl der Ausbildungsplätze in der Pflege zu erhöhen", erläuterte Inge Howe. Das Land werde für die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler die Förderung der Schulkosten übernehmen. Damit steige die Zahl der geförderten um bis zu 1.500 Schülerinnen und Schüler an. Derzeit befänden sich in NRW insgesamt rund 11.800 Altenpflegeschülerinnen und -schüler in der dreijährigen Altenpflegefachkraft-ausbildung. Das Land finanziere die Ausbildungen in der Pflege mit 34,7 Millionen Euro im Jahr 2011.

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"Ziel der Rechtsverordnung ist, dass ab Januar 2012 alle Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen entsprechend ihrer Größe (Zahl der beschäftigten Pflegefachkräfte/betreute Personen/geleistete Pflegestunden) in einen Ausbildungsfonds einzahlen. Wer ausbildet, bekommt die Ausbildungsvergütung vollständig aus dem Fonds erstattet.", so die SPD-Landtagsabeordnete. Und erläuerte weiter: „Dadurch setzen wir einen starken Anreiz für mehr Ausbildung. Außerdem wird der von den Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten beklagte Wettbewerbsnachteil ausgeglichen."

Derzeit stelle die Finanzierung der Ausbildung für die Ausbildungsbereitschaft der Einrichtungen ein erhebliches Hemmnis dar. Zwar könnten in der Pflege bereits heute die Ausbildungsver-gütungen über die Pflegesätze refinanziert werden. Die dadurch im Vergleich zu nicht ausbildenden Einrichtungen entstehenden höheren Pflegesätze stellten aber einen Wettbewerbsnachteil auf dem Pflegemarkt dar.

"Im Gegensatz zum Bund handelt das Land. Die Bundesregierung muss endlich ihre Hausaufgaben machen und das selbst ausgerufene Jahr der Pflege mit konkreten Vorschlägen füllen. Wichtig ist vor allem, die Demenzkranken mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff in die Pflegever-sicherung einzubeziehen, um für sie eine zukunftsfeste Finanzierung zu schaffen" so Inge Howe.

Handlungsbedarf für den Bund bestünde auch in der Arbeitsförderung: „Die im Rahmen des Konjunkturpaketes II befristet eingefügte Förderung des dritten Umschulungsjahres in der Altenpflege ist dringend wieder einzuführen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich diese Förderung in der Vergangenheit als ein erfolgreiches arbeitsmarktpolitisches Instrument erwiesen hat - in den Jahren 2009 und 2010 war eine Verdopplung bei den Eintritten in eine Umschulung zum/zur Altenpfleger/in zu verzeichnen - und insbesondere Menschen mit einer breiten Berufs- und Lebenserfahrung eine berufliche Zukunft in der Pflege eröffnet. So die heimische Landtagsabgeordnete.