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Baustelle Bildung - im Kreisgebiet fehlen an Schulen 82 Lehrkräfte

Schule und Bildung

Besorgniserregende Lehrerlücke besonders an den Berufskollegs

Minden-Lübbecke: In landesweit 118 Kleinen Anfragen wollte die SPD von der Landesregierung wissen, wie die Lehrerstellensituation konkret vor Ort aussieht. Das Ergebnis ist ernüchternd. Im Kreisgebiet Minden-Lübbecke sind von den vorhandenen 118 Schulen ganze 56 Schulen unterbesetzt. Dort fehlen insgesamt 82 Lehrkräfte. Dies entspreche einem Ausfall von 82.000 Stunden jährlich.

"Die Binsenweisheit, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr ist leider auch bei uns traurige Realität", fassten die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh die Ergebnisse ihrer Anfrage zusammen. "Damit bestätigt das Ministerium die Praxiserfahrungen vieler Schüler und Eltern."

Besonders besorgniserregend ist dabei die Lehrerlücke an den Berufskollegs im Kreis Minden-Lübbecke. Hier fehlen 26 Lehrerinnen und Lehrer. "Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise werden wir mit noch mehr Jugendlichen rechnen müssen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten und sich für eine Ausbildung am Berufskolleg entscheiden", sind sich Haseloh und Howe sicher.

Deshalb müsse für den Lehrerberuf am Berufskolleg besonders geworben werden - auch im Rahmen der schulischen Berufswahl- und Studienorientierung. "Es war ein großer Fehler, den Mangelfacherlass, der die Verbeamtung von Lehrkräften in so genannten Mangelfächern bis zum 45. Lebensjahr vorsah, zu streichen", kritisieren beide SPD-Landespolitiker. Diese Lehrkräfte würden in andere Bundesländer abwandern. "In Niedersachsen und Hessen gibt es einfach attraktivere Arbeitsbedingungen für Lehrer", informiert Inge Howe.

Ein Beispiel: Das Berufskolleg Lübbecke. Von den dort vorgesehenen 139 Stellen sind nur 130 besetzt. Somit fehlen 9 Lehrkräfte. "Bei eine Ausschreibung von fünf unbefristeten Stellen vor den Sommerferien konnte nur eine Stelle besetzt werden, alle anderen sind ins Leere gelaufen", erklärte Karl-Heinz Haseloh. "Es gibt kaum geeignete Bewerber mit den wichtigen beruflichen Fachrichtungen".