
Unterschriften-Listen werden im Dezember dem Petitions-Ausschuss übergeben
Bad Oeynhausen/Löhne. Der Widerstand wächst. Immer mehr Einwendungen gegen den geplanten Ausbau der Südbahntrasse werden öffentlich. Im Ost-Westfälischen sind 3.000 Gegner des Südbahn-Ausbaus bekannt. Alarm schlagen auch niedersächsische Anlieger in Hameln oder dem benachbarten Coppenbrügge. Ein dortiges Aktionsbündnis hat mehr als 7.000 Unterschriften gesammelt, so dass im Dezember mehr als 10.000 Unterschriften dem Petitions-Ausschuss im Deutschen Bundestag übergeben werden können.
Wie berichtet, beabsichtigt das Bundesverkehrministerium den Ausbau der Bahnlinie zwischen Löhne und dem Knotenpunkt Elze im Harz für den schweren Güterverkehr. Geht es nach den Vorstellungen der Planer, kann schon ab 2015 mit dem Ausbau begonnen werden. Dann würde Bad Oeynhausens Kurgebiet zu einer Transitstrecke werden auf der Güterzüge regelmäßig mit hoher Geschwindigkeit die Südstadt durchqueren und damit den Ruf der Kurstadt nachhaltig beschädigen.
"Dieser Ausbauplan ist sozial, ökonomisch und ökologisch fragwürdig. Denn die negativen Auswirkungen betreffen nicht nur die direkten Anwohner der Strecke, sondern den kompletten Lebens- und Wirtschaftsraum sowie den Natur- und Landschaftsschutz im Naturpark Weserbergland", heißt es auf der Internet-Plattform der Hamelner Bürgerinitiative "Transit Weserbergland".
Die Initiative setzt sich dafür ein, dass die Pläne aufgegeben werden und dass stattdessen eine Nordroute über Minden in Richtung Hannover realisiert wird. Dem schließt sich die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Howe an: "Ein Ausbau der Nordstrecke wäre auch deshalb sinnvoller, weil dann der Mindener Hafen besser an das Schienennetz angeschlossen würde."
Politiker und Bürger aus Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho waren zuletzt im August gegen den Ausbau der Bahnstrecke auf die Straße gegangen. "Wir wollen mit dieser gemeinsamen Aktion aller Parteien der Räte aller drei Kommunen und den Abgeordneten aus der Region die Politik in Berlin zu einer vernünftigen Entscheidung bewegen", sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze, der auf die Unterstützung seiner sozialdemokratischen Fraktionskollegin Gabriele Lösekrug-Möller (Hameln) zählen kann.
Ballen würden sich die Probleme vor allem in Bad Oeynhausen und den hiesigen Kurgebieten, wo statt der momentan etwa 530 Güterzüge im Jahr laut der neuen Planung zukünftig etwa alle 14 Minuten ein im Durchschnitt 430 Meter langer Güterzug über die Schienen der Südbahn donnern würde.
Neben der Lärmbelästigung brächte ein Ausbau der Bahnstrecke auch verkehrstechnische Probleme mit sich. "Problematisch ist natürlich der Bahnübergang an der Detmolder Straße", betonte Dr. Olaf Winkelmann. Der Bad Oeynhausener SPD-Fraktionsvorsitzende wird mit dabei sein, wenn am 10. Dezember die in Vlotho, Löhne und Bad Oeynhausen gesammelten Unterschriften im Löhner Rathaus an Stefan Schwartze für den Petitionsausschuss überreicht werden.
Lärmschutz für die Nordbahn
Während an der Südbahn der zweispurige Strecken-Ausbau befürchtet wird, mehren sich an der Nordbahn die Proteste gegen den zunehmende Belastungen. Diese könnten noch ansteigen, wenn die EU die deutschen Bahngleise freigibt. Was zur Folge hätte, dass mehr, schnellere und lautere Güterzüge diese viel befahrene Route passieren würden. Etliche Anwohner reagieren jetzt und stellen einen Bürgerantrag auf eine Lärmschutzwand für die Südseite der Nordbahn. Dieser Antrag soll an diesem Samstag abgeschickt und in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses behandelt werden. Von Vorteil dürfte sein, dass es für solche Maßnahmen ein Budget beim Bundesverkehrsministerium gibt, dass nach Erkenntnissen der Anwohner womöglich noch nicht ausgeschöpft ist. In dem Bürgerantrag heißt es: „Wir als betroffene Nordbahn-Anwohner aus Rehme verfolgen kritisch die Modernisierung- und Ertüchtigungsmaßnahmen an der Strecke und fordern aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen.“ (PeSt)
NW vom 10.11.2011
Mehr zum Thema:
Webseite und Onlinepetition vom AKB Löhner Bahn-Südbahn